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Der große Spielplatz-Check von Yasmin

 

Hallo zusammen,

Ein Spielplatz ist nicht nur ein Ort um die Welt zu entdecken und gemeinsam zu spielen, sondern auch ein Ort der Kommunikation. Das ist der Schlüssel zu einem friedlichen Miteinander frei von sozialen, ethnischen und religiösen Unterschieden.

Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, mich in Koblenz auf den Spielplätzen ein wenig umzusehen. Ich möchte gerne eines vorweg nehmen: Seit 1,5 Jahren darf ich Koblenz als mein Zuhause bezeichnen und ich muss sagen, es ist eine offene, schöne und freundliche Stadt! Die Bewohner als auch Besucher machen diese Stadt zu einem schönen Fleckchen Erde, auf dem man gerne lebt und sich wohlfühlt.

Mit dem Wort Spielplatz verbinde ich schöne Kindheitserlebnisse und ich denke, dies geht den meisten von euch auch so, zumindest hoffe ich das. Denn egal in welcher Rolle ihr diesen Ort besucht, ob als spielendes, neugieriges Kind, als Elternteil oder Großeltern, ganz gleich in welcher Beziehung ihr zu dem spielenden Kind oder auch mehreren Kindern steht, diese Erinnerungen werden dort zum Leben erweckt.



 

Mein Weg führte mich zum Panoramaspielplatz auf der Karthause. Von Weitem hörte ich schon das fröhlich klingende Stimmengewirr der Kinder. Ich musste mich am Stimmengewirr orientieren und durch unbekannte Straßen laufen, um endlich den Spielplatz zu erreichen. Er hatte nur ein kleines Hinweisschild “Kinderspielplatz” am Eingang stehen. Man sah direkt Kinder verschiedener Altersgruppen. Bei näherer Betrachtung spielten sie im Sandkasten und backten Sandkuchen mit ihren neu gewonnen und altbekannten Spielkameraden oder schaukelten um die Wette.

Die Eltern und Großeltern saßen bequem auf ihren Bänken, allerdings mussten auch manche stehen, da die Sitzplätze knapp bemessen waren. Ich habe interessante Gespräche mit Eltern geführt, die mich einfühlsam über die Problematik der zu hohen Treppenstufen an der Rutsche sowie der fehlenden Toiletten unterrichteten. Die Kinder spielten zusammen und keines musste alleine spielen. Jedoch „bleiben die Erwachsenen unter sich“, wie mir eine Dame nüchtern mitteilte.


Mein nächster Halt war der Eifelsiedlung-Spielplatz in Metternich. Er lag zwischen den Häusern versteckt und war wieder lediglich am Eingang als “Kinderspielplatz“ ausgeschildert.

Er war nur mäßig besucht, eine befreundete Gruppe war auf diesem Spielplatz anzutreffen. Nichtsdestotrotz habe ich sehr nette Gespräche geführt und die Kinder demonstrierten mir die Probleme dieses ansonsten recht ansehnlichen Spielplatzes.

Ein Klettergerüst, welches sich für Zweijährige eignen soll, entpuppte sich bei aktiver Benutzung als nicht altersgerecht. Leider konnte der zweijährige Junge, trotz seiner vergeblichen Versuche nicht, wie seine acht Jahre alte Schwester, die Sprossenstufen erklimmen. Die Sprossen waren so weit voneinander entfernt angebracht, dass er aufgrund seiner Körpergröße nur durch das beherzte Eingreifen der Mutter vor dem Hinfallen bewahrt wurde.

Eine weitere Hürde stellte die kreisrunde Leiter zur Rutsche dar: Während des Heraufkletterns gab es keinen Halt durch ein Geländer oder Griff. Hat man es endlich mal nach oben geschafft, so ist ein großer Schritt notwendig, um überhaupt auf die Plattform zur Rutsche zu kommen, was ein hohes Verletzungsrisiko darstellt. Ein weiteres Kind im Alter von drei bis vier Jahren kam die Stufen zur Rutsche erst gar nicht hoch. Es war sehr frustriert und fing an von unten die Rutsche hochzuklettern, um ebenfalls in den Genuss des Rutschens zu kommen. Dies sollte eigentlich nicht der Sinn einer Rutsche sein!

 

Es bestätigte sich hier ebenfalls die Notwendigkeit von weiteren Sitzgelegenheiten sowie mehr altersgerechten Spielgeräten.


Den Abschluss des Tages bildete der Lützeler Spielplatz in der Karl-Russel-Straße. Dort trafen wir ebenfalls auf befreundete Mütter, welche gemeinsam den Tag mit ihren Kindern verbrachten. Leider ist mir hier auch wieder einiges negativ aufgefallen.
Nicht nur, dass ein abgegrenzter Bereich zum Fußballspielen auf der weitläufigen Fläche fehlt, sodass die spielenden Kinder keine Angst vor fliegenden Bällen haben müssen. Sondern auch, dass es gerade mal zwei Spielgeräte für die kleinen Kinder ab zwei Jahren gibt. Eine kleine Ergänzung in Form einer Rutsche wäre schön!Ebenfalls anzumerken ist, dass es nicht genügend Sitzgelegenheiten gibt, deshalb saßen die Mütter auf einer kleinen Erhöhung entlang des Klettergerüstes, um nah bei ihren Kindern zu sein. Einen Tisch gibt es nicht, sodass die mitgebrachten Snacks in den Taschen, beziehungsweise auf dem Schoß liegend, verzehrt wurden. Eine ungenutzte Tischtennisplatte ist bereits vorhanden. Wenn man zwei Bänke dazu stellt und das Netz der Platte entfernt, wäre eine ideale Sitzgelegenheit mit Tisch für die Besucher geschaffen.
Außerdem sollte man betonen, dass es zu wenige Mülleimer gibt. Lediglich zwei Mülleimer für diesen weitläufigen Spielplatz, welche vor allem in den Sommermonaten restlos überfüllt sind.Wenn eigene Mülltüten mitgebracht werden müssen, weil die Mülltonnen zu voll sind, um den entstandenen Müll zu entsorgen, dann ist dies nicht zu akzeptieren!